Welche - und wie viele Farben brauche ich?

Nun, um ein gutes Aquarell zu malen, benötigt man nicht immer viele Farben. Ganz im Gegenteil, gerade hier gilt „weniger ist mehr“.

Sehr viele Bilder werden nur deshalb nicht gut, weil zu viele Farben verwendet werden. Oft „beißen“ sich die Farben, sind zu grell, oder - noch viel schlimmer - sie sind stumpf und trübe. Die Gefahr ist sehr groß, dass durch eine zu große Farbpalette das Ergebnis nicht farblich harmonisch, sondern schreiend bunt wird.

Bei meinen Kursen staune ich oft über die übervollen Farbkästen. Manche Teilnehmer haben 2, 3 oder gar 4 prall gefüllte Malkästen dabei, oft sogar geordnet nach kalten und warmen Farben. Man muss ja gewappnet sein. Manchmal war ein beredter Verkäufer die Ursache, bisweilen aber auch Dozenten, die allen ihren Teilnehmern bestimmte Farben aufs Auge bzw. in den Farbkasten drücken. Muss man haben. Der Haken dabei ist, dass man all zu schnell den Überblick verliert – wie die Praxis dann zeigt.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wichtig ist, dass man (gerade zu Beginn) deckende Farben vermeidet. Denn der Umgang mit deckenden Pigmenten muss im Aquarell gelernt sein. Also möglichst lasierende Farben guter Qualität. Ich verwende vorzugsweise die deutschen Schmincke Horadam Aquarellfarben. Aber auch die englischen „Winsor & Newton“ Artists Water Colour – alle in Tuben.

Übrigens – es ist egal, ob Sie Näpfchen (bitte nur große Näpfchen) oder Tuben kaufen, es ist garantiert das gleiche Produkt drinnen. Lasst euch nicht irritieren - es gibt keinen Unterschied, weder bei den Pigmenten, noch bei den Zusatzstoffen wie Fluss- und Bindemittel, Glycerin etc.
Nachzulesen bei Schminke und auch bei Winsor & Newton.

Grundsätzlich würden ja 3 Farben genügen. Reingelb, Magenta, Cyanblau plus Schwarz. Einige wenige Aquarellisten (wie Lambert van Bommel) beherrschen das Malen mit diesen Primärfarben auch perfekt. Die meisten Maler, so auch ich, verwenden aber mehr Farben. Ich vor allem deshalb, weil es halt viel bequemer ist, bereits einige „fertige“ Farbtöne zu haben. So benötige ich sehr oft Orange zum Mischen – und verwende dafür vorzugsweise das fertige Lasurorange. Es ist also sehr praktisch, bestimmte Farbtöne immer pur bzw. sofort verfügbar zu haben.


Ich empfehle für den Start neun Farben. Damit kommt man ganz sicher aus. Später kann man diese „Palette“ natürlich noch erweitern. Je nach Vorlieben und Motiven. Es muss aber überschaubar sein, denn schließlich soll man seine Farben gut kennen und vor allem auch schnell finden! Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen, z.B. im Schatten im Freien.


Bei den meisten Motiven verwende ich nur etwa 3 bis 5 Farben, und füge gelegentlich gegen Schluss ganz gezielt die eine oder andere Farbe als "Eyecatcher" hinzu. Durch das Reduzieren auf wenige Farben ist auf jeden Fall eines garantiert:

Die farbliche Harmonie.

Mehr Tipps zu den Farben finden Sie in meinem Onlinekurs.