Hier erfahren Sie alles über die Aquarellmalerei - von den Grundlagen bis zu unglaublichen Praxis-Tipps und Tricks

Cumulus- (Haufen-) Wolken aquarellieren


Nicht ganz einfach sind Himmel mit Haufenwolken zu malen. Es gibt viele Möglichkeiten mit unzähligen Variationen, solche Wolkenstimmungen zu malen. Ich zeige hier eine Variante in mehreren Stufen, die gerade für Einsteiger relativ leicht umsetzbar ist.

Versuchen Sie später auch, verschiedene Techniken zu kombinieren. Für den Anfang kann man aber gerade mit folgender Methode unzählige Wolkenstimmungen "zaubern".

Bitte beachten Sie: 

Der Text zu den einzelnen Schritten der Lektionen ist bewusst sehr knapp gehalten. 
Die hier gezeigte Vorgangsweise ist nur eine Variante von vielen Möglichkeiten. Die verwendeten Farben sind Vorschläge bzw. Anregungen. 
Entsprechend den Wünschen meiner Kursteilnehmer gehe ich gelegentlich auch ins Detail. Das können Sie natürlich ignorieren.


Vorbereitung:

Wenn Sie keinen Aquarellblock verwenden, spannen Sie Das Aquarellpapier mit Klebestreifen (Kreppband) auf eine Holzplatte auf. Benutzen Sie Aquarellpapier mit mindestens 300g.

Verwendete Farben:
 

Preußischblau (oder Pariserblau) 
Ultramarinblau (oder Kobaltblau dunkel)  
Siena Natur
   Siena gebrannt

Ausreichend Farben anrichten - sehr dünn, aber doch farbintensiv


  Für dünne Farbaufträge vorher ausreichend Wasser in die Mischvertiefungen geben - erst dann die Farbe dazu. Probeaufstriche auf Resten von Aquarellpapier sind sehr nützlich.


Der Block bzw. das Malbrett sollte schräg liegen - Neigung etwa 30°.

Für diese Wolkenstudie habe ich - nur zur Demonstration - eine Vorzeichnung angelegt.

WARNUNG: Zeichnen Sie Wolken bei Himmeldarstellungen nach Möglichkeit niemals vor. Die Bleistiftstriche lassen sich nachher kaum entfernen und stören zumeist sehr. Auch Vorzeichnungen mit Kohle oder mit löslichen Aquarellstiften sind fast immer nachher noch sichtbar.
Bei anderen Bildobjekten wie Bäume, Häuser usw. stört eine noch schwach sichtbare Vorzeichnung kaum - wird sogar bei einigen Malern ganz gezielt gestalterisch in das Bild integriert.

Bei komplizierten Formationen zeichne ich mit manchmal mit ganz schwach getöntem Wasser (Siena natur oder "Palettengrau") einige wenige Hilfspunkte vor. Viel lockerer aber wird jeder Himmel, wenn ohne Vorzeichnung direkt gemalt wird.
Wenn Sie Wolken genau beobachten und auch versuchen, kleine Bleistiftskizzen davon zu machen, werden ganz sicher auch Sie bald ohne Vorzeichnung Wolken malen können.

Befeuchten Sie mit einem Rundpinsel die Fläche außerhalb der Wolken, die Blau werden soll. Das Papier soll ordentlich durchfeuchtet sein.

  Wenn Sie ohne Vorzeichnung malen, dann können Sie mit dem befeuchteten Pinsel die (gedachten) Wolken zuerst "unsichtbar" vorzeichnen, bevor Sie dann die restliche Fläche schnell befeuchten. Das ist, je nach Lichteinfall, auch recht gut sichtbar.

Mischen Sie den Blauton für den Himmel.

Ich verwendete stark verdünntes Preußischblau (oder Pariserblau) mit etwas Kobaltblau (oder Ultramarin) und einer Spur von Siena gebrannt.

Mit gut gefülltem Rundpinsel ab Größe 26 tragen Sie nun die Farbe auf die noch nasse Fläche auf, wobei die Wolken ausgespart bleiben.
Wenn die Farbe dunkle Ränder bilden sollte, saugen Sie die Farbe mit dem "trockenen Pinsel" vorsichtig weg.

Sie können nun warten, bis dieser Farbauftrag trocken ist, aber auch gleich weitermachen.



 

Mischen Sie jetzt 2 Wolkentöne:

  1. Für den schattigen Teil nehmen Sie einen Rest der Himmelfarbe (heben Sie sich davon aber noch auf) und geben Sie etwas Siena gebrannt dazu. Oder Sie mischen Kobaltblau (oder Ultramarin) mit Siena gebrannt.
    Es entsteht ein lebendiger, transparenter Grau-Braun-Ton.
  2. Als zweite Farbe: Siena Natur mit ganz wenig Siena gebrannt.
    Siena gebrannt (als rötliche Komponente) verhindert, dass beim Zusammentreffen mit Blau unerwünschtes Grün entsteht. Außerdem wird der Farbton wärmer.

Benetzen Sie nun vom Unterteil der Wolken bis ganz nach unten das Papier. Ich nahm dazu ganz schwach gelblich (aus der 2. Mischung) getöntes Wasser. An den oberen Wolkenrändern lassen Sie einen unregelmäßigen, dünnen Streifen Papierweiß stehen. Diese stellen die von der Sonne beschienenen Ränder dar.

Nun die dunkle, wässerige Farbe sehr locker am nassen Papier auftragen, ein wenig von der hellen Farbe dazu geben und miteinander verfließen lassen.

Schnell arbeiten, der untere Papierbereich muss noch nass bleiben.

Harte Ränder mit dem "trockenen Pinsel" weicher gestalten. Speziell die Wolkenunterseite sollte weich verlaufen.

Tragen Sie nun unter den Wolken den blauen Himmelston (etwas heller als oben) auf. Dieser Bereich soll sich leicht mit den Wolken verbinden, muss aber nicht unbedingt gleichmäßig werden. Im Gegenteil: Einige Unregelmäßigkeiten deuten die Existent entfernter, weicher Wolken an.

Wenn es beim ersten Mal nicht wuschgemäß klappt, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Versuchen Sie es unbedingt mehrmals nach dieser Anleitung.

Außerdem: Kein Klavierspieler konnte nach den ersten Klavierstunden eine Sonate fehlerfrei spielen...

Mögliche Fehlerquellen:

  • Das Papier war zu wenig oder unregelmäßig nass.
  • Die Farbe zu zaghaft aufgetragen. Arbeiten Sie locker und zügig!
  • Zu wenig Farbe angerichtet, daher Unregelmäßigkeiten.
  • Einmal mehr - und einmal weniger Wasser in der Farbe. Dann kann unerwünschtes "Ausblühen" erfolgen. Siehe dazu auch "Aquarelltechniken".
  • Zu harte Ränder. Hier kann, wenn das Papier vollkommen getrocknet ist (nicht früher!), der betreffende Teil mit klarem Wasser befeuchtet und durch vorsichtiges Reiben mit einem weichen Pinsel versucht werden, den Farbübergang etwas aufzulockern. Die Feuchtigkeit anschließend mit Papiertaschentuch aufsaugen, damit keine Ränder entstehen.

In meinen Kursen kann ich unmittelbar "Reparaturtipps" geben oder auch vorzeigen, wie heikle Situationen gemeistert werden. Das ist nun mal im Internet leider nicht möglich.... 



Wenn solche "Übungshimmel" gut gelungen sind, können sie für spätere Bilder sehr gut Verwendung finden. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg und viel Spaß bei diesen Übungen!


Wenn Ihnen mein Onlinekurs gefällt, würde ich mich über einen Gästebucheintrag sehr freuen.