Hier erfahren Sie alles über die Aquarellmalerei - von den Grundlagen bis zu unglaublichen Praxis-Tipps und Tricks

Verlaufshimmel Blau nach Gelb

Um nicht vom eigentlichen Motiv abzulenken,  benötigt man relativ oft einen ruhigen Himmel.

Die hier gezeigte Version kann ganz einfach abgewandelt werden. Versuchen Sie Varianten in Rot-Gelb, Blau-Rot oder Blau-Rot-Gelb.
Wichtig dabei ist, dass zu reine Farben (Rot?) etwas abgetönt werden müssen. Bei Problemen hilft hier wieder das Wissen um die Komplementärfarben weiter (siehe > Farben mischen).

Bitte beachten Sie: 

Der Text zu den einzelnen Schritten der Lektionen ist bewusst sehr knapp gehalten. 
Die hier gezeigte Vorgangsweise ist nur eine Variante von vielen Möglichkeiten. Die verwendeten Farben sind Vorschläge bzw. Anregungen. 
Entsprechend den Wünschen meiner Kursteilnehmer gehe ich gelegentlich auch ins Detail. Das können Sie natürlich ignorieren.


Vorbereitung:

Wenn Sie keinen Aquarellblock verwenden, spannen Sie Das Aquarellpapier auf. Benutzen Sie Aquarellpapier mit mindestens 300g.

Verwendete Farben:  

Ultramarinblau (oder Kobaltblau dunkel)
Siena Natur 
Siena gebrannt   

 

Ausreichend Farben anrichten - sehr dünn mit viel Wasser. 

  Für dünne Farbaufträge vorher ausreichend Wasser in die Mischvertiefungen geben - erst dann die Farbe dazu. Probeaufstriche auf Resten von Aquarellpapier sind sehr nützlich.


    • BLAU: Ultramarin feinst kann evtl. verwendet werden.
      Falls der blaue Farbton zu rein sein sollte, einen Hauch Siena gebrannt zufügen
    • GELBTON: Dazu Siena natur und ein ganz klein wenig Siena gebrannt nehmen.


  Durch die Zugabe des rötlichen Siena gebrannt wird der Ton wärmer - und es ensteht beim Vermischen (auf dem Papier) deshalb kein unpassender Grünton.


Nun das Papier gleichmäßig mit Wasser befeuchten. Ein (absolut sauberer, fettfreier) Haushalts-Viskoseschwamm (kein Schaumgummi!) ist gut geeignet.

Könner verwenden dazu auch breite Flachpinsel.

Das Papier muss gut durchfeuchtet sein und soll gleichmäßig nass glänzen.  
 
Jetzt sollte schnell weitergearbeitet werden:

 

Der Block muss schräg liegen - Neigung etwa 30°.

Ich lege mir hier ein passendes Stück Holz unter, da ich beim Malen manchmal auch flach liegendes Papier benötige und  daher keine festen, schrägen Arbeitsplatten mag.

Mit gut gefülltem   Rundpinsel ab Größe 26 (aber auch Flachpinsel ist geeignet) ziehen Sie langsam und ohne abzusetzen mit leichtem Druck zügig einen Strich von  links nach rechts (Linkshänder von Rechts nach links) und ebenso ruhig  wieder zurück. Bei aufgezogenem Papier auch über die Klebestreifen.

Den Pinsel frisch mit Farbe füllen und den nächsten Farbauftrag  anlegen. Dabei gehen Sie so vor, dass der erste Auftrag ganz knapp  überlappt wird. Keine Sorge - durch das nasse, angefeuchtete Papier einstehen keine Streifen, da die Farbe durch die Schrägstellung gut verläuft.

Pinsel auswaschen und nun mit gelben Farbton füllen.


Keine Pause machen und schnell arbeiten - die Farbflächen dürfen keinesfalls antrocknen.

Jetzt  Pinsel mit der gelblichen Farbe gut füllen und wiederum langsam die Farben auftragen, wobei der letzte, blaue Auftrag etwa zur Hälfte überlappt wird. Durch die noch nasse, schräggestellte Fläche vermischen sich die beiden Farben sehr weich.

Nach Belieben wiederholen. Wenn ein Verlauf nach weiß gewünscht wird, den Pinsel nicht mehr mit Farbe füllen, dennoch nach unten weiter die Pinselstriche ziehen. So erzielen Sie einen weichen Verlauf.

Bei zu nassem Farbauftrag (kann ja passieren) können Sie durch Neigen des Malbrettes oder Blocks das Fließen der Farbe beeinflussen.

Sie sollten aber zuvor eventuelle Farbtropfen am Papierrand  mit einer Ecke eines Papiertaschentuches vorsichtig wegsaugen.


Dies geht auch mit einem "trockenem" Pinsel. Dazu den nassen Pinsel gut zwischen Haushaltspapier ausdrücken, damit er saugfähig wird.

 

  Auch dieser Himmel klappt meistens bereits beim ersten Mal. Aber nur, wenn das Papier bis zum Schluss gut und gleichmäßig durchfeuchtet ist. Und - es muss schnell gearbeitet werden.


Versuchen Sie sich daher zuerst an kleineren Formaten, siehe auch > Erfolgsübungen.

Wenn solche "Übungshimmel"  gut gelungen sind, können sie für spätere Bilder sehr gut Verwendung finden. Sie können aber auch gleich in der Nass-in-Nass-Technik weitermachen....


Wenn Ihnen mein Onlinekurs gefällt, würde ich mich über einen Gästebucheintrag sehr freuen.