Wolfgang Baxrainer, Aquarellist Hier erfahren Sie alles, wirklich alles über die Aquarellmalerei - von den Grundlagen bis zu unglaublichen Praxis-Tipps und Tricks

Meine Farben und Paletten bzw. Malkästen

Ich persönlich verwende ausschließlich hochwertige Tubenfarben, mit denen ich dann in die Fächer meiner Malkästen fülle. Vorwiegend male ich mit Schmincke Horadam Aquarellfarben (erstklassige Qualität aus Deutschland), verwende aber auch Aquarellfarben von Winsor & Newton, Daniel Smith, Sennelier und Daler-Rowney. Diese erhalte ich regelmäßig als Gratismuster von den Firmen - gekauft hätte ich mir diese aber nie, da ich Schmincke Farben gut kenne und bestens damit das Auskommen finde. Diese "Fremdfarben" können übrigens problemlos miteinander vermischt werden. 

Hin und wieder lese ich, dass man beispielsweise bei Blau nur die Marke XXX, bei Gelb ausschließlich Farben von XXX verwenden muss. 
Aber: Wenn ich mir dann deren "Werke" ansehe, denke ich, dass es der billigste Schul-Malkasten auch getan hätte. 

Näpfchen oder Tubenfarben? 
Die Zusammensetzung ist garantiert gleich, die Farbmasse kommt aus der gleichen Charge, wie man bei den großen Herstellern nachlesen kann. Sie wird nur unterschiedlich abgefüllt. In Tuben oder schichtenweise mit Zwischentrocknungen in Näpfchen. Lasst euch also nicht beirren, wenn manchmal behauptet wird, Tubenfarben seien leuchtender. Das stimmt nicht. Sie sind aber schneller vermalbar, wenn sie frisch aus der Tube gedrückt werden. 
Wenn aber Näpfchen - dann bitte die großen Näpfchen kaufen. Niemals die kleinen (Halbgröße), dann damit ruiniert man sich die Pinsel und brauch außerdem ewig zum Mischen.
Viele Maler malen angeblich ausschließlich mit den feuchten Farben frisch aus der Tube. Was passiert aber dann mit den überschüssigen, angetrockneten Farbresten? Werden die weggeworfen?

Ich habe da meine eigene Methode (wie viele andere Kolleginnen und Kollegen auch):
Bei großflächigen Aquarellen drücke ich die Farben an den Rand eines großen, weißen Serviertabletts. Über eventuell vorhandene, angetrocknete Restfarben. Ich arbeite dann ja mit großen Pinseln und ziehe die feuchte Farbe zum Mischen nach innen. 

Bei Formaten mit etwa 50 cm (lange Seite) verwende ich Malkästen, die ich mit Tuben auffülle und anschließend gut durchtrocknen lasse. Warum? Ganz einfach, weil ich es hasse, wenn die Farben einen unterschiedlichen Feuchtigkeitsgrad haben. Da kann man sich sehr schnell beim Mischen vertun. 
Ich male also mit durchgetrockneten Farben, befeuchte aber diese einige Minuten vorher mit einem Zerstäuber oder eine Pipette. Und dann kan es losgehen - und ich bin garantiert genau so schnell wie mit frischen Tubenfarben....

Bei meinen Farbempfehlungen in meinem Onlinekurs und bei den Videos halte ich mich an die Bezeichnungen von Schmincke.

Übrigens: In meinen Kursen habe ich aber auch die sehr preiswerten Farben von White Nights kennengelernt und getestet. Gar nicht so schlecht, wenngleich es noch keinerlei Erfahrungen über die Lichtbeständigkeit gibt....

Welche Farben?

Eigentlich reichen mir drei Farben, um jede, wirklich jede Mischung herstellen zu können: Reingelb, Magenta und Cölinblau (oder Preußischblau). Aber es ist halt so viel praktischer, wenn man einige Farbmischungen, die öfters benötigt werden, schon als fertig gemischte Farbe im Malkasten hat.

Für den Anfang empfehle ich folgende acht Farben, die ja später nach persönlichem Geschmack erweitert werden können: Reingelb, Siena natur, Lasurorange, Siena gebrannt, Magenta (oder Krapplack), Utramarinblau Preußischblau und Phthalogrün. Mehr Infos dazu gibt es auf meiner Onlinekurs-Seite.


Ein einfaches, weißes Kunststoff-Serviertablett

Ich habe mehrere Größen davon. Ideal, wenn man mit frisch aus der Tube gedrückten Farben arbeiten will. Speziell bei "Reduzierter Palette" mit nur drei oder vier Farben. 

Eignet sich auch sehr gut zum Malen mit meinen geliebten Hak Brush Ziegenhaarpinseln....

Gibt es HIER in drei Größen.


Holbein Malkasten - passend für meine Staffelei

Diesen Malkasten habe ich mir vor vielen Jahren in Amerika besorgt, da war sie in DE und AT noch nicht erhältlich. Dieser Malkasten ist aus Aluminium, also sehr leicht und passt genau auf die Ablage meiner Aquarell-Staffelei. Zuvor hatte ich lange eine ähnlich aussehende Palette aus Kunstoff, war aber leider recht zerbrechlich.

Heute würde ich mir diese Palette kaufen. Ist zwar nicht von Holbein, erfüllt aber sicher ihren Zweck. 


Holbein Malkasten

Dieses Ding besitze ich noch nicht so lange, habe ich mir extra zugelegt, wenn ich auch mit deckenden bzw. opaken Farben malen möchte. Das ist der Fall, wenn ich Nebelstimmungen malen möchte, aber speziell für Städtebilder mit alten, malerischen Fassaden wie in meiner Heimatstadt Hallein, aber auch für Venedig-Aquarelle. 
Gerade zum Malen von morbidem Mauerwerk sind einige deckende Farben wir Jaune Brillant, Ocker oder auch Weiß unbedingt erforderlich. Anfängern aber rate ich dringend davon ab, zu schnell wird damit ein Bild "totgemalt"...

Kaufen kann man diesen leichten Alu-Farbkasten HIER


Artemiranda Malkasten

Das ist ein sehr preiswerter Nachbau eines sündhaft teuren Malkastens aus den USA. Allerdings ist er nicht emailliert (wie es Artemiranda angibt), sondern "nur" lackiert. Habe ihn aber schon viele Jahre im Einsatz und bin sehr zufrieden. Die Farbvertiefungen fassen etwa die vierfache Menge an Farbe wie die bei den Holbein-Kästen, und sind äußerst breit. Das ist sehr praktisch, da ich auch mit Flachpinseln oder dem Hake Brush Farbe aufnehmen kann. Allerdings ist es nicht sicher, wie lange dieser Farbkasten noch geliefert werden kann....

Gibt es im Versand HIER bei Artemiranda (Spanien)

Übrigens: Ich reinige meine Paletten eigentlich nie - außer die transparenten Farbmischungen sind durch deckende Farben oder Weiß "verunreinigt", also stumpf geworden. Das aber ist eher die Ausnahme, da ich ja vorwiegend transparente Farben benutze. 
Die angetrocknete Farbe kann ich immer wieder anlösen und benutzen, sie verliert nichts von ihrer ursprünglichen Frische. 
Einer meiner Kollegen sagt lachend dazu "Nur Anfänger reinigen ihre Palette"...


Das haben alle Malkästen und Paletten gemeinsam: 
Wenn sie neu sind, zieht sich die flüssige Farbe auf den Mischflächen zusammen und perlt. Das legt sich erst nach längerem Gebrauch, also nach mehreren Malgängen. Aber man kann die Sache beschleunigen. 

Bei neuen Paletten oder Farbkästen mache ich immer Folgendes: Zuerst ab in den Geschirrspüler, dann (fest) mit Spiritus, anschließend mit Ochsengalle abreiben.