Himmelsflächen - gleichmäßiger Himmel

Ein Himmel in einem Aquarell muss nicht immer bewölkt sein. Manchmal bringt ein ruhiger Himmel das Hauptmotiv unseres Bildes viel besser zur Geltung.  
 
Meistens wirkt der Himmel gegen den Horizont hin heller (Luftperspektive). Es gibt aber auch Situationen, wo eine gleichmäßig getönte Himmelsfläche gemalt werden muss. Mit viel Übung gelingen beide Varianten auch auf trockenem Papier. Ungeübten sind allerdings streifige Himmelsflächen fast garantiert. Ganz einfach gelingt dies alles aber in der Nass-auf-Nass - Technik.....

Bitte beachten Sie: 

Der Text zu den einzelnen Schritten der Lektionen ist bewusst sehr knapp gehalten. 
Die hier gezeigte Vorgangsweise ist nur eine Variante von vielen Möglichkeiten. Die verwendeten Farben sind Vorschläge bzw. Anregungen. 
Entsprechend den Wünschen meiner Kursteilnehmer gehe ich gelegentlich auch ins Detail. Das können Sie natürlich ignorieren.


Vorbereitung:

Benutzen Sie Aquarellpapier mit mindestens 300g. Wenn Sie keinen Aquarellblock verwenden, spannen Sie das Aquarellpapier auf.

Verwendete Farben:

Ultramarinblau oder Kobaltblau dunkel sind ideal, weil die Farben meist pur (jedoch stark verdünnt) verwendet werden können.

Andere Blautöne (oder andere Farben) müssen fast immer abgetönt werden. So ist das schöne Pariserblau(Preußischblau) alleine viel zu leuchtend. Manchmal genügt eine Spur von Sepiabraun, um die grelle Farbe etwas zu brechen. Oder man verwendet eine kleine Menge der Komplementärfarbe (siehe > Farben mischen) - in diesem Falle Lasurorange oder das ähnliche Siena gebrannt - bis der Farbton stimmig ist.

Mischen ist hier einfach wichtig, denn Bilder mit ungemischten Farben wirken meistens nur bunt - und das möchten Sie doch sicher auch nicht, oder?
 

Bedenken Sie, dass Aquarellfarben (besonders aber die Blautöne) beim Trocknen bedeutend heller werden. Nicht selten passiert es, dass ein Himmel nach dem Trocknen blass und farblos wirkt. Also: Mut zur Farbintensität!
 

Gleichmäßige Fläche:

So geht's:

Ausreichend Farbe anrichten - sehr dünn mit viel Wasser. Die Farbe muss wässerig lasierend sein und darf keinesfalls decken.

Für dünne Farbaufträge ist es für Einsteiger einfacher, wenn sie vorher ausreichend Wasser in die Mischvertiefungen geben - erst dann die Farbe dazufügen.


Probeaufstriche auf Resten von Aquarellpapier sind sehr nützlich.

Papier gleichmäßig mit Wasser befeuchten. Ein (absolut sauberer, fettfreier) Haushalts-Viskoseschwamm (kein Schaumgummi!) ist gut geeignet. Das Befeuchten ist auch mit einem breiten, weichen Flachpinsel möglich. Bei Ungeübten wird dies aber sehr oft nicht vollkommen gleichmäßig...

Das Papier muss gut durchfeuchtet sein und soll gleichmäßig nass glänzen.  

Ab jetzt sollte schnell weitergearbeitet werden, das Papier darf nicht antrocknen!


Der Block muss jetzt schräg liegen  - Neigung etwa 30° - besser noch steiler!

Wenn ich keine Staffelei verwende, lege ich meist ein passendes Stück Holz unter das Malbrett, da ich beim Malen manchmal auch flach liegendes Papier benötige und daher keine festen, schrägen Arbeitplatten mag. Oder ich verwende eine Aquarell-Staffelei mit neigbarer Arbeitsfläche.

Mit gut gefülltem Flachpinsel, ca. 4 cm Breite (auch Rundpinsel ab Größe 26 sind geeignet), ziehen Sie langsam und ohne abzusetzen mit leichtem Druck zügig einen Strich von links nach rechts (Linkshänder von Rechts nach links) und ebenso ruhig wieder zurück. Bei aufgezogenem Papier auch über die Klebestreifen. Wenn die Farbe durch das stark angefeuchtete Papier etwas nach untern läuft, macht das in diesem Falle gar nichts.


Keine Pause machen und schnell arbeiten - die Farbflächen dürfen keinesfalls antrocknen.

Den Pinsel wiederum frisch mit Farbe füllen und den nächsten Farbauftrag anlegen. Dabei gehen Sie so vor, dass der erste Auftrag ganz knapp überlappt wird. Keine Sorge - durch das nasse, angefeuchtete Papier einstehen keine Streifen, da die Farbe durch die Schrägstellung gut verläuft. Fahren Sie gleich fort, bis das ganze Blatt gleichmäßig mit Farbe bedeckt ist.  Bei zu nassem Farbauftrag (kann ja passieren) können Sie durch Neigen des Malbrettes oder Blocks das Fließen der Farbe beeinflussen.  Sie sollten aber zuvor eventuelle Farbtropfen am Papierrand mit einer Ecke eines Papiertaschentuches vorsichtig wegsaugen.

Dies geht auch mit einem "trockenem" Pinsel. Dazu den nassen Pinsel gut zwischen Haushaltspapier ausdrücken, damit er saugfähig wird.


HÄUFIGE ANFÄNGERFEHLER:

Wenn Sie keinen gleichmäßigen Farbauftrag erzielen, kann das folgenmde Ursachen haben: Papier ungleichmäßig befeuchtet. Dann verläuft die Farbe nicht gleichmäßig.

    • Zu langsam gearbeitet. Wenn das befeuchtete Papier antrocknet, ist ein gleichmäßiger Farbverlaug unmöglich.  
    • Zu wenig Farbe im Pinsel. Häufig nimmt man dann zwischendurch wieder Farbe auf - der Auftrag wird fleckig.
    • Zu wenig Farbe angemischt. Wenn man im Mischen noch ungeübt ist, geht das fast immer daneben, da das angefeuchtete Papier inzwischen antrocknet.
    • Der Block / Zeichenbrett lag flach oder zu wenig schräg.
    • Sie wollten im Nachhinein eine kleine Stelle "ausbessern". Es wird fast immer (wesentlich) schlimmer! 


Merke: Niemals in einer halbtrockenen oder unregelmäßig getrockneten Fläche "Ausbesserungsversuche" starten.
 

Das Anlegen großer, gleichmäßiger Flächen ist nicht ganz einfach, man benötigt viel Übung dazu.

Versuchen Sie sich daher zuerst an kleineren Formaten, siehe auch > Erfolgsübungen.

Heben Sie sich die gelungenen Himmelsübungen auf. Ganz sicher werden  diese Blätter für spätere Bilder Verwendung finden. Misslungene Blätter (soll ja gelegentlich vorkommen) verwenden Sie für wertvolle Pinselübungen.
  

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